Führt man sich die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte vor Augen, stellt man unzweifelhaft fest, dass sich gerade im Bereich der Themen Familie und Erziehung sowie bei den hiermit verbundenen Wertvorstellungen ein Wandel vollzogen hat, wie er sich vielleicht in kaum einem anderen Segment des öffentlichen Lebens deutlicher niederschlägt. Ohne dieses bewerten zu wollen, beobachte ich, dass die pädagogische Verantwortung - insbesondere im Bereich der Vermittlung von ethisch-moralischen Fragen - dabei zunehmend vom traditionellen Familienverband auf unsere Schulen übergeht.
So ist Schule wohl mehr als je zuvor zentrale Anlaufstelle, Orientierungspunkt und Begegnungsort für unsere Kinder und Jugendlichen. Wenn die Kirche von heute sich also der Herausforderung stellen will, christliche Werte an die heranwachsende Generation zu vermitteln, den Wert persönlicher Beziehungen deutlich zu machen und vor diesem Hintergrund Hilfestellungen zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu geben, ist es nur konsequent, wenn sie sich hierfür die Schule als Plattform und Kooperationspartner aussucht.